Blitze und Sicherheit auf dem Platz

Als ich vor ein paar Tagen die Meldung las „Torwart vom Blitz getroffen“ und „Nach tödlichem Blitzeinschlag bei Fußballspiel: Ermittlungen gegen Schiedsrichter eingestellt“, habe ich mich mit dem Thema beschäftigt. Die Richterin begründete die Einstellung des Verfahrens gegen den Schiedsrichter mit „Der Blitzeinschlag auf dem Sportplatz am vergangenen Mittwoch sei nicht vorhersehbar gewesen“. Die Wetterlage beim Spiel ist jetzt nichts neues, das kommt immer mal wieder vor; aus dem Verfahren: „Es sei zum Zeitpunkt des Vorfalls zwar düster und regnerisch gewesen, jedoch habe es kein Gewitter gegeben. Der Blitz sei für alle vollkommen überraschend gekommen.“
Mir geht es jetzt nicht um eine Hetzjagd gegen den Schiedsrichter, das liegt mir fern, aber das Thema betrifft alle Verantwortlichen, auch hier im Verein und wie gehen wir damit um? Wir sind vermutlich alle keine Meteorologen, aber auf der anderen Seite sind wir diejenigen, die Verantwortung auf dem Platz tragen, vor allem wenn der Schiedsrichter die Sachlage vielleicht anders einschätzt…

Fangen wir von oben an…der DFB: Sehr heroisch heißt es dort auf der Webseite in Großbuchstaben: „BEI GEWITTER SOFORT FUSSBALL_STOPP!„. das ist ja nichts neues, aber wie und vor allem wann sollen wir uns schützen? Weiter wird in dem Artikel wird die 30-30-Regel vorgegeben. Zitat: „Wenn zwischen sichtbarem Blitz und dem darauffolgenden Donner weniger als 30 Sekunden vergehen, muss der Trainer das Training bzw. das Spiel umgehend abbrechen und alle Beteiligten in Sicherheit bringen“ und „Erst 30 Minuten nach dem letzen Blitz oder dem letzten Donner kann Entwarnung gegeben werden.“ Da stellt sich mir doch die Frage, ob bei dem letzten Vorfall überhaupt keine Warnzeichen wahrnehmbar waren.
Weiterhin gibt es auf der Seite eine Info-Broschüre „Fußball bei Gewitter?“ des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) mit weiteren Informationen und Erklärungen zu Gefährdungen und Schutzmaßnahmen. Hier wird endlich mal neben der 30-30-Regel darauf hingewiesen, welche Begleitumstände auf ein herannahendes Gewitter schließen lässt: „aufsteigenden Haufenwolken, Schwüle mit aufkommenden Wind, Donner und Wetterleuchten“; auch die grobe Abschätzung der Entfernung zu einem Gewitter wird erklärt: „…die Sekunden zwischen Blitz und Donner geteilt durch 3 ergeben die Entfernung in Kilometern“.
Kommen wir nun zu unserem Landesverband (Hessischer Fußball-Verband): Aud der Webseite kommen uns die Texte schon ziemlich bekannt vor: „Was tun bei Blitz und Donner“ Also auch hier keine neuen Erkenntnisse.

Zeitgleich habe ich einen Metereologen angeschrieben um noch weitere Informationen zu erhalten. Dieser hatte sich bereits schon des öfteren öffentlich zu dem Umstand Fußball, Blitz und Unglück geäußert, zuletzt in seiner Kolumne mit seinem Meinungs-Post: „Der DFB spielt mit Menschenleben„.

Aus diesem Mail-Austausch habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass es bezüglich Gefährdung durch Blitzeinschlag einzig die Beobachtung der bisherigen Einschläge und deren Entfernung als Entscheidungsgrundlage dienen kann. Herr Kachelmann bricht es auf einen ganz einfache Regel herunter: Kommen die auftretenden Blitze näher als 10 km, dann ist unverzüglich der Platz zu räumen und Schutz zu suchen, bis kein Auftreten wieder außerhalb der 10 km Schutzzone stattfindet.

Ergo: Werden wir zum Schutze aller Beteiligten vereinbaren, dass für uns die Regel der 10 km Schutzzone gilt. Es gibt einige Webseiten, die das Auftreten von Blitzen live darstellen, wie z.B. LightningMaps.org.

10 km Zone um den VfR-Platz als Anhaltspunkt.